Dienstag, 18. Juni 2013

Bücherwelten #3: Öffentliche Bücherschränke

 

 

Wer in einer Großstadt wie Berlin, Köln oder München wohnt, kennt sie vielleicht bereits oder hat zumindest schon einmal gesehen: Öffentliche Bücherschränke. Als ich noch in Bonn wohnte, war es immer ein besonderes Highlight für mich, nach oder vor der Uni an dem dortigen Schrank in der Poppelsdorfer Allee nahe dem Hauptbahnhof vorbeizuschlendern. Meistens gab es nicht viel zu sehen, aber hin und wieder entdeckte ich dann doch den einen oder anderen Schatz.




Von Wikipedia zur Verfügung gestellt
Doch was sind diese Bücherschränke genau? Und wie sind sie entstanden?

 

Die Idee dazu kam in den 1990er Jahren zuerst als künstlerischer Akt auf. Um es den Bürgern zu ermöglichen, ihre Bücher ungehindert öffentlich tauschen zu können, stellte man Ende der 90er die ersten Bücherschränke in Darmstadt und Hannover auf.
Seitdem findet das Projekt reichlich Anklang und in beinahe jeder Großstadt Deutschlands befinden sich zurzeit ein oder mehrere solcher Bücherschränke. Selbst in der Schweiz und Österreich gibt es sie bereits.
Realisiert und instand gehalten werden sie durch Spenden, Stiftungen, Privatpersonen, Bürgervereine und ähnliche Organisationen.

Als Beispiel seht ihr rechts den Bücherschrank in Bonn, den ich regelmäßig aufgesucht habe.



Das Prinzip dieser Anlagen ist ganz einfach: Wenn ihr Bücher habt, die ihr aus irgendeinem Grund nicht mehr haben wollt, könnt ihr sie, egal in welchem Zustand sie sind, dort abgeben.
Und wenn ihr etwas findet, das euch anspricht, habt ihr die Möglichkeiten, es auszuleihen, es vor Ort zu lesen oder zu behalten.
Oft muss man etwas suchen und nicht jedes Mal entdeckt man was Gutes, denn meistens sind die Ausgaben sehr alt, nicht gerade im besten Zustand oder sehr speziell (Fachbücher oder auch Fremdsprachiges), je nachdem wer die Schränke regelmäßig nutzt. Aber ab und zu versteckt sich mal ein aktueller Roman darunter, mit der Käufer wahrscheinlich nichts anzufangen wusste.



Von Wikipedia zur Verfügung gestellt

Inzwischen gibt es unzählige Varianten dieser Buchtauschorte. In Holtensen in der Region Hannover wurde ein früheres Trafohäuschen zu einem Bücherturm umgebaut (siehe links).
In Oerlinghausen bei Bielefeld steht am Simonsplatz ein ganz besonderer Schrank: Dieser wird immer wieder nach Bedarf aus dem Bestand der so genannten "Büchertauschbörse" aufgefüllt, die jeden Samstagvormittag in Oerlinghausen stattfindet. Und falls man ein bestimmtes Buch sucht, kann man dort auch einen Zettel hinterlegen, sodass die Betreuer der Aktion gezielt danach Ausschau halten können.

In Salbke, einem Stadtteil von
Von Wikipedia zur Verfügung gestellt
Magdeburg, steht ein ganzes Gebäude, das mit lauter einzelnen Buchvitrinen ausgestattet ist, die frei zugänglich sind (siehe rechts).


Und in Marburg ist der dortige Bücherschrank in ein Café integriert und wird regelmäßig mit ausgemusterten Ausgaben aus der städtischen Bibliothek bestückt.


 

Eine offizielle Liste aller bisherigen Bücherschränke in Deutschland, Österreich und der Schweiz findet ihr HIER!

Den Wikipedia-Artikel dazu findet ihr HIER

 

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...