Montag, 17. Juni 2013

Veronica Roth – Die Bestimmung: Tödliche Wahrheit


Noch mitreißender als der erste Teil



Inhalt


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Die Grenzen zwischen den einzelnen Fraktionen beginnen sich aufzulösen, ein wahrer Krieg scheint bevorzustehen. Alle Beteiligten müssen sich entscheiden, welche Seite sie wählen. Und mitten drin kämpft Tris mit den Schuldgefühlen, einen ihrer besten Freunde getötet zu haben.



Mit Mühe und Not sind Tris und ihre Mitstreiter den Ken entkommen und bei den friedliebenden Amite untergetaucht. Doch auch hier sind sie vor ihren Feinden nicht sicher, zumal Tris dem konfliktscheuen Verhalten dieser Fraktion nichts abgewinnen kann. Immer mehr zieht sie sich vor Tobias und den anderen zurück, voller Schuldgefühle darüber, Will erschossen zu haben. Währenddessen zieht sich die Schlinge um die Flüchtlinge immer enger, Jeanine ist ihnen dicht auf den Fersen und mit ihr viele abtrünnige Ferox.

Zu allem Überfluss kommt Tris dem Geheimnis auf die Spur, das hinter dem Angriff auf die Altruan und die Ermordung ihrer Eltern steckt. Und sie wird vor die Wahl gestellt, welche Richtung sie einschlagen will: Soll sie bei ihren Freunden bleiben und nie die Wahrheit erfahren oder soll sie sich ihren Feinden anschließen, um die Hintergründe aufzudecken?




Meinung


Nur drei Tage sind nach dem Ende des ersten Bandes vergangen und ihre gesamte vorherige Welt liegt bereits in Scherben. Nicht nur die äußere, sondern auch die innere, psychische. Denn Tris’ Gewissensbisse gegenüber Tobias und später auch gegenüber Christina werden eindringlich beschrieben und bilden den emotionalen Mittelpunkt der Geschichte. Ihre Verzweiflung, ihre Verweigerung, sich zu öffnen, ihre Angst, aufgrund dieser Tat all ihre Freunde zu verlieren, werden sehr nachvollziehbar dargestellt und bringen dem Leser den Charakter noch näher.
Auch die übrigen Protagonisten erlebt man in ganz neuem Licht, allen voran Tobias, Peter, Caleb und Marcus. Man erkennt schnell, dass sie nicht unbedingt die sind, für die man sie im Vorgängerroman noch gehalten hat. Sie zeigen völlig unerwartete Seiten an sich, ohne dass sie dadurch unglaubwürdig oder unrealistisch erscheinen.



Aber natürlich kommen dabei die Ereignisse rund um die Verschwörung der Ken nicht zu kurz, was zur Folge hat, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Es gibt bloß wenige Szenen, die nicht spannend und mitreißend geschrieben sind, und jede Menge überraschende Wendungen erhöhen das Tempo umso mehr.
Dabei lernt man wie nebenbei wesentlich mehr über die anderen Fraktionen, die man bisher nur dem Namen nach kannte, und über ihre Lebensweisen. Die Welt, die Veronica Roth erschaffen hat, wird dadurch vielfältiger und greifbarer.
Und was ich noch am ersten Band bemängelt habe, nämlich dass man rein gar nichts über die Außenwelt erfährt, gewinnt hier eine Dimension, mit der ich wirklich nicht gerechnet hätte. Das Ende gibt in der Hinsicht erstaunliche Erkenntnisse preis, sodass ich jetzt schon dem Abschluss der Trilogie entgegenfiebere, der im Oktober zunächst auf Englisch erscheint.




Fazit 


Tödliche Wahrheit gelingt das, was ich nicht unbedingt vermutet hatte: Dass er besser ist als der erste Teil. Die Autorin präsentiert dem Leser eine gelungene Mischung aus Action und Drama, nachvollziehbarer Charakterentwicklung und überraschender Wendungen. Tris’ und Tobias’ Welt wird genauer beleuchtet und man erhält einen tieferen Einblick in die bisher vernachlässigten Fraktionen sowie in die Gruppe derjenigen, die keiner Fraktion angehören. All dies zwingt einen regelrecht dazu, weiter zu lesen und man kann den Roman kaum zur Seite legen aufgrund der temporeichen Erzählweise.
Eine überragende Fortsetzung, die einen sehnsüchtig auf den Nachfolger warten lässt!





Short Facts:


  • Autor: Veronica Roth

  • Verlag: cbt

  • Seiten: 512 (Gebunden)

  • Preis: 17,99 €

     

     

     
    5 Sterne

     

     


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