Sonntag, 30. Juni 2013

Jennifer Benkau – Dark Destiny




Wie ein Schiff auf hoher See…


Inhalt 

 

Copyright by script5 Verlag
Der Kampf ist gekämpft, das Chivvy überstanden, sie ist in Sicherheit, zurück bei den Rebellen. Und dennoch hat Joy so viel verloren wie noch niemals zuvor. Denn ihrem Geliebten Neél werden Wunden zugefügt, die niemals verheilen werden.


Sie ist eine Gefangene, eingesperrt von ihren Freunden, verwundet, hilflos und krank vor Sorge um Neél, der grausam gefoltert wird. Sie kann nicht fliehen, sie kann ihn nicht retten und sie kann auch ihren einstigen Vertrauten Matthial nicht umstimmen, den ihm verhassten Percent gehen zu lassen. Es gelingt ihr nicht einmal, den Menschen, mit denen sie aufgewachsen ist, begreiflich zu machen, dass nicht jeder ihrer Feinde ein Monster ist.
Da erfährt sie, dass Neél einem anderen Clanführer übergeben werden soll, und befürchtet das Allerschlimmste. Sie weiß ganz genau, dass andere Rebellen noch weitaus skrupelloser vorgehen als Matthial.
Doch was daraufhin in Wirklichkeit geschieht, hätte sie sich in ihren schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen können.

Meinung 


Ein Ende voller Schrecken, so haben die letzten Kapitel von Dark Canopy den Leser zurückgelassen. Neél und Joy als Gefangene der Rebellen, die eine verletzt, der andere furchtbarer Folter ausgesetzt. Man hofft inständig, dass irgendetwas passiert, das die beiden rettet, ihnen doch noch das Happy End verschafft, welches sie verdient hätten.
Und Hoffnung ist es auch, was einen zusammen mit den Figuren das gesamte Buch hindurch antreibt, all die Strapazen zu überstehen, die die Autorin für ihr ungewöhnliches Paar bereithält. Und es sind bei Weitem nicht wenige.
Denn erneut haben die zwei Hauptcharaktere den übrigen die Erkenntnis voraus, dass keine Seite, weder Percents noch Menschen, komplett gut oder völlig böse ist. Die Auflösung der Grenzen zwischen Schwarz und Weiß des ersten Teils werden hier weiter auf die Spitze getrieben und man wird immer wieder gezwungen, die Entscheidungen einzelner Protagonisten zu hinterfragen und neu zu beleuchten. Dienen sie wirklich dem allgemeinen Wohl oder verfolgen sie im Stillen lediglich ihre eigenen Interessen? Besonders Matthial sticht in dieser Hinsicht besonders hervor.


So steht diesmal eher das Getriebensein im Vordergrund. Unterstützt wird das von etwas, das mir im Vergleich zu Dark Canopy negativ aufgefallen ist: Es fehlt ein roter Faden. Die Handlung hangelt sich von einem Ereignis zum nächsten, es gibt keine Fixpunkt wie das Chivvy im Vorgänger. Joy und Neél, aus deren Sicht der Roman geschrieben ist, reagieren bloß, fällen ihre Entscheidungen spontan in der jeweiligen Situation und wagen kaum, an die Zukunft zu denken.
Einerseits passt das sehr gut zu der Zerstörung, die die Rebellen hinterlassen haben, sowohl in Joys als auch Neéls Psyche. Andererseits stellt man sich immer öfter die unsichere und bange Frage, wo und wie alles enden soll. Über langatmige Passagen, vor allen zu Anfang, hilft zwar Jennifer Benkaus genialer Schreibstil hinweg, doch als wirklicher Spannungsträger fungiert hauptsächlich die Hoffnung. Die Hoffnung auf einen Neuanfang!


Fazit


Nach dem offenen Ende und dem grausamen Cliffhanger von Dark Canopy brannte ich regelrecht darauf zu erfahren, wie es weitergeht. Und gleichzeitig hatte ich Angst, dass ich es gar nicht wirklich wissen wollte. Beim Lesen von Dark Destiny haben sich diese widersprüchlichen Gefühle noch verstärkt, so unbarmherzig war der Realismus hinter der fantastischen Dystopie. Eine Tatsache, die mich schon am Vorgänger begeistert hat und die mich auch diesmal mitreißen konnte. Dennoch konnte sie nicht völlig darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung lediglich von einem Ereignis zum nächsten springt.
Normalerweise hätte der Roman fünf Sterne verdient, Jennifer Benkaus Sprache und ihre Welt mitsamt den eindringlichen und lebensnah gezeichneten Figuren wissen auch in Dark Destiny zu begeistern. Aber an den überragenden ersten Band kommt es leider nicht ganz heran. Trotzdem ist es ein würdiger Abschluss dieser wundervollen Dilogie.





Short Facts:


  • Autor: Jennifer Benkau

  • Verlag: script5

  • Seiten: 464 (Gebunden)

  • Preis: 18,95 €

     


     
    4,5 Sterne






Samstag, 29. Juni 2013

Neuzugänge #12


So, heute kommt mein letzter Neuzugängepost diesen Monat. Es auch diesmal nur wenige Titel, fünf Stück insgesamt. Isola und Die Landkarte der Zeit habe ich beide ertauscht, Plötzlich Fee und und Shadow Falls Camp waren beides Mängelexemplare OHNE Stempel! Nur füt Der Prinz der Skorpione habe ich den kompletten Neupreis bezahlt, weil ich die Prinz-der-Schatten-Trilogie unbedingt vollständig haben wollte.








Die Landkarte der Zeit von Félix J. Palma


Eine Reise durch Jahrhunderte. Eine Liebe ohne Grenzen. Eine Geschichte voller Phantasie.
London, 1896: Andrew, ein wohlhabender Fabrikanten­sohn, reist in die Vergangenheit, um seine große Liebe wieder­zugewinnen. Die junge Claire macht eine Zeitreise aus dem viktorianischen London ins Jahr 2000 und trifft den Mann, den sie in der Zukunft lieben lernte, in ihrer Zeit wieder. Inspektor Garrett jagt einen Mörder, der seine Opfer mit ­Waffen tötet, die noch gar nicht erfunden wurden. Alle Fäden laufen bei einem dämonischen Bibliothekar ­zusammen. Nur er kennt das Geheimnis der Landkarte der Zeit. Ein Fest der Phantasie, in dem der Leser Jack the Ripper ­begegnet und H.G. Wells, den Erfinder der Zeitmaschine, in einer völlig überraschenden Rolle kennenlernt.

«Ein Bestseller, den jeder Literaturprofessor in der U-Bahn lesen kann, ohne sich zu schämen.» Público

«Die Geschichten dieses Romans haben eine magnetische Anziehungskraft und hinterlassen glückliche Leser.» Mercurio

(Quelle: Kindler Verlag



Short Facts:

  • Autor: Félix J. Palma

  • Verlag: Kindler

  • Seiten: 720 (Gebunden)

  • Preis: 24,95 €

     

Auf Amazon





Shadow Falls Camp Bd. 1: Geboren um Mitternacht von C.C. Hunter


Für alle Fans von ›House of Night‹: Im Shadow Falls Sommercamp lernen Werwölfe, Vampire, Hexen, Feen und Gestaltwandler mit ihren übernatürlichen Kräften umzugehen.
In Kylies Leben geht alles schief: Ihre Eltern lassen sich scheiden, ihr Freund hat Schluss gemacht, und ihre Mutter schickt sie auch noch in ein Sommercamp. Doch Shadow Falls ist anders: Hierher kommt nur, wer übernatürliche Kräfte hat – Feen, Hexen, Vampire, Gestaltwandler und Werwölfe. Auch Kylie soll besondere Fähigkeiten haben – wenn sie nur wüsste, welche …

Doch plötzlich wird das Camp bedroht. Nur, wenn sie alle ihre besonderen Kräfte gemeinsam einsetzen, werden sie die übermächtigen Feinde besiegen können.

(Quelle: FJB Verlag



Short Facts:

  • Autor: C. C. Hunter

  • Verlag: FJB

  • Seiten: 512 (Broschiert)

  • Preis: 14,99 €

     

Auf Amazon



Der Prinz der Skorpione von Torsten Fink


Das Finale der großen Assassinen-Trilogie


Sahif hat seine Erinnerungen zurück, und seine schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt. Er war tatsächlich ein Assassine, einer der besten Killer seines Vaters, des Großen Skorpions. Doch nun, da er es weiß, ist er fest entschlossen, sein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen. Dafür muss er allerdings nicht nur seinem Vater entgegentreten. Vor allem muss er seine Schwester aufhalten, die ihn skrupellos für ihre Intrigen benutzt hat – und die bereit ist, für ihr Streben nach Macht die Welt in den Abgrund zu stürzen!


(Quelle: Blanvalet Verlag)

 

 

 

Short Facts:

  • Autor: Torsten Fink

  • Verlag: Blanvalet

  • Seiten: 480 (Broschiert)

  • Preis: 15,00 €

     

Auf Amazon




Plötzlich Fee Bd. 1: Sommernacht von Julie Kagawa


Mit sechzehn beginnt eine magische Zeit sagt man. Es warten dunkle Geheimnisse auf dich, und du findest endlich die wahre Liebe.

Sie haben Recht.

Mein Name ist Meghan Chase, ich lebe in Loisiana, bin sechzehn Jahre alt und seit gestern bin ich ... plötzlich Fee.


Schon immer hatte Meghan das Gefühl, dass irgendetwas in ihrem Leben nicht stimmt. Aber als sie an ihrem sechzehnten Geburtstag einen geheimnisvollen Jungen entdeckt, der sie aus der Ferne beobachtet, und als ihr bester Freund sich auf einmal merkwürdig verhält, muss sie erkennen, dass offenbar ein besonderes Schicksal auf sie wartet. Doch nie hätte sie geahnt, was wirklich dahintersteckt: Sie ist die Tochter des sagenumwobenen Feenkönigs und nun gerät sie zwischen die Fronten eines magischen Krieges. Ehe sie sich’s versieht, verliebt sie sich unsterblich in den jungen Ash – den dunklen, beinahe unmenschlich schönen Prinzen des Winterreiches. Er weckt in Meghan Gefühle, die sie beinahe vergessen lassen, dass er ihr Todfeind ist. Wie weit ist Meghan bereit zu gehen, um ihre Freunde, ihre Familie und ihre Liebe zu retten?

(Quelle: Heyne Verlag)

 

 

Short Facts:

  • Autor: Julie Kagawa

  • Verlag: Heyne

  • Seiten: 496 (Gebunden)

  • Preis: 16,99 €

     

Auf Amazon

 



Isola von Isabel Abedi 

Zwölf Jugendliche, drei Wochen allein auf einer einsamen Insel vor Rio de Janeiro – als Darsteller eines Films, bei dem nur sie allein die Handlung bestimmen. Doch bald schon wird das paradiesische Idyll für jeden von ihnen zu einer ganz persönlichen Hölle. Und am Ende müssen die Jugendlichen erkennen, dass die Lösung tief in ihnen selbst liegt.

(Quelle: Arena Verlag






Short Facts:

  • Autor: Isabel Abedi

  • Verlag: Arena

  • Seiten: 328 (Broschiert)

  • Preis: 9,99 €

     

Auf Amazon


Freitag, 28. Juni 2013

Freitags-Füller #12


 

 

Als Einstieg ins letzte Wochenende des Monats Juni wieder eine neue Runde Freitags-Füller von Scrap Impulse!

 

 

 

1.  Bei Milka fällt mir  sofort die lila Kuh ein.

 

2.  Manche Enthüllungen sind wirklich nicht spektakulär.

 

3.  Ich verstehe nicht, wieso so viele Menschen mehrere Kilometer weit fahren, nur um ein Schnäppchen zu machen.

 

4.  Jeans sind einfach zeitlos.

 

5.  Das Gefühl von schleichender Müdigkeit nervt mich zurzeit tierisch.

 

6.  Mein Bürostuhl ist wie für mich gemacht.

 

7.  Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf mein Bettchen heute Nacht, morgen habe ich bisher noch nichts geplant und Sonntag möchte ich unbedingt mit dem Buch durchsein, das ich gerade lese!

 

 

Euch allen ein schönes Wochenende mit annehmbarem Wetter und möglichst wenig Regen! 

 

 



Robert M. Sonntag – Die Scanner




Erschreckende Zukunftsvision


Inhalt


Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos!
Copyright by KJB Verlag
 Drei verlockende Argumente, mit denen die Scan AG ihr Vorgehen rechtfertigt, alle Druckerzeugnisse einzuscannen und danach zu vernichten.
Doch ist sie wirklich so selbstlos, wie sie tut?



Stell dir vor, du liest in aller Öffentlichkeit, ob im Park, in Bus und Bahn oder auf einer Bank in der Innenstadt. Plötzlich sprechen dich zwei fremde Männer an und bieten dir mehrere tausend Euro dafür, dass du ihnen das Buch verkaufst. Würdest du es tun, egal ob du es bereits zu Ende gelesen hast oder nicht?
Rob und sein Partner Jojo leben in einer vernetzten Welt, in der es keinerlei Druckerzeugnisse mehr gibt. Sie sind so genannte Scanner, die Leser aufspüren und ihnen ihre Schätze abkaufen. Jedes geschriebene Wort wird eingescannt und das Original dazu vernichtet. Nach außen hin begründet die Scan AG ihr Handeln damit, allen Menschen auf der Welt, ob arm oder reich, die Möglichkeit geben zu wollen, auf alles zugreifen zu können, was jemals geschrieben worden ist.
Doch als Rob ein Mitglied der ominösen Büchergilde kennen lernt, wird ihm eine ganz andere Sicht auf seine Arbeit präsentiert. Und auf einmal kommen ihm Zweifel, ob die Motive der Scan AG wirklich so uneigennützig sind, wie sie es behaupten.



Meinung 


Die Scanner ist lediglich ein dünner Roman von nicht mal zweihundert Seiten, den man gut innerhalb weniger Stunden durchschmökern kann. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, die Sätze kurz und leicht verständlich, was ein flüssiges Lesen ermöglicht. Zudem wird man sofort in die Geschichte hineingeworfen und muss regelrecht weiterblättern, um diese fremde und doch gar nicht so abwegige Zukunft wirklich zu begreifen.
Und was das für eine Zukunft ist! Google, Facebook, Youtube und Co., verschmolzen zu einem riesigen Konzern, haben ihren Einflussbereich inzwischen weit auf beinahe jeden Bereich des alltäglichen Lebens ausgebreitet. Nichts funktioniert ohne die virtuellen Freunde, die ständige Überwachung des Konsumverhaltens und die Bereitschaft, jede Minute des Tages mit hunderten von Fremden zu teilen. Eine erschreckende Vision, die aber gar nicht so unwahrscheinlich ist. Das Schlimme daran ist, wie selbstverständlich die meisten Menschen in dem Roman dies hinnehmen, was die Hauptcharaktere Rob und Jojo eindrucksvoll beweisen. Erst der Kontakt zu Andersdenkenden reißt zumindest Rob aus seiner Begeisterung für diese Art der Existenz heraus und er lernt das wahre Gesicht seiner Arbeitgeber kennen.

 

 

Auf die Weise schafft der Autor eine interessante Geschichte, die einen darüber nachgrübeln lässt, wie weit wir eigentlich von solchen Zuständen entfernt sind. Spannend geschrieben, vor allem zum Ende hin, vermittelt der Roman genau diese Botschaft, ohne zu langweilen oder übertrieben zu moralisieren.
Leider kommt dabei die Figurengestaltung etwas zu kurz. Rob definiert sich hauptsächlich durch sein Handeln, seine Gefühlswelt wird kaum thematisiert. Daher fällt es schwer, sich in ihn hineinzuversetzen, in manchen Szenen, so emotional sie auch für ihn sein müssen, kann man wenig mit ihm mitfühlen. Man ist eher der stille, objektive Beobachter, ein teilnahmsloser Zuschauer, der eher aus Neugier das Geschehen verfolgt als aus Anteilnahme.
Zudem erschließen sich manche technische Details erst nach und nach, was zumindest anfangs bei mir für Verwirrung gesorgt hat. Ein paar weitere Erläuterungen wären wirklich hilfreich gewesen.



Fazit



Robert M. Sonntags Roman ist eine nachdenklich stimmende Zukunftsvision, die einige unangenehme Wahrheiten bereithält. Die Gefahren und Risiken einer ständig wachsenden Digitalisierung des täglichen Lebens werden eindrucksvoll und spannend geschildert, ohne den Leser zu langweilen. Manche Hintergründe hätte der Autor noch etwas ausführlicher schildern können, dann wäre die eine oder andere Erfindung wahrscheinlich besser vorstellbar gewesen. Dennoch sorgen die knapp zweihundert Seiten für abwechslungsreiche und besonders aufschlussreiche Unterhaltung.
Für Dystopienfans und solche Leser, die Bücher mit gesellschaftskritischem Inhalt bevorzugen, eine ganz klare Kaufempfehlung!





Short Facts: 

  • Autor: Robert M. Sonntag

  • Verlag: KJB

  • Seiten: 192 (Gebunden)

  • Preis 12,99 €




4 Sterne


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Mittwoch, 26. Juni 2013

[Waiting on Wednesday]: Aileen P. Roberts - Elvancor Bd. 2: Das Reich der Schatten



Am 19. August 2013 erscheint er: Der zweite Band der Dilogie über Elvancor von Aileen P. Roberts. Nachdem ich vom ersten Teil so begeistert war, warte ich natürlich sehnsüchtig auf Das Reich der Schatten, um mehr über Elvancor zu erfahren. Und natürlich darüber, wie es mit Lena und Ragnar weitergeht.


Und darum geht's:




Sie folgt ihrem Seelengefährten in ein Land jenseits der Zeit und in ein großes Abenteuer.

 

Auf der Suche nach ihrer großen Liebe Ragnar hat die 18-jährige Lena die Welt der Menschen verlassen und Elvancor betreten – das Land jenseits der Zeit. Dort warten neue Aufgaben auf sie. Denn geheimnisvolle Schattenwesen bedrohen die Menschen in Elvancor ebenso wie dessen Ureinwohner, die Tuavinn. Krieg droht auszubrechen, und Lena gerät zwischen die Fronten. Verzweifelt hofft sie auf Ragnars Hilfe, doch dieser ist eigenartig distanziert und scheint fasziniert von der Macht der Schatten. Bald ist sich Lena nicht mehr sicher, auf wessen Seite er steht – und ob sie jemals seine Liebe zurückgewinnen wird ...




Die Autorin


Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit "Thondras Kinder" ihr erstes großes Werk bei Goldmann, danach folgten "Weltennebel" und "Feenturm". Claudia Lössl lebt mit ihrem Mann in Süddeutschland.

 

Mehr Informationen unter www.aileen-p-roberts.de

 

 

Short Facts:

  • Autor: Aileen P.Roberts

  • Verlag: Goldmann

  • Seiten: 608 (Gebunden)

  • Preis: 12,99 € 




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Catherine Fisher - Incarceron




Überraschend andere Dystopie!


Inhalt 

 

Copyright by Penhaligon Verlag

Eine rückständige Gesellschaft, gefangen in ihren strengen Regeln und Protokollen, zerfressen von Verrat und Misstrauen. Und ein lebendiges Gefängnis, das grausam, unerbittlich und allgegenwärtig über seine Gefangenen wacht.

 

 

Finn ist ein Häftling, seit er im Alter von fünfzehn in einer der Zellen von Incarceron erwachte. Für die anderen ist er ein Sohn des Gefängnisses, doch seine Visionen lassen ihn etwas anderes glauben: Er stammt von Außerhalb und muss dorthin wieder zurück. Aber gibt es überhaupt einen Fluchtweg aus dem riesigen Gebilde? Er glaubt kaum daran, bis er in den Besitz eines ominösen Schlüssels gelangt.
Gleichzeitig versucht Claudia außerhalb von Incarceron, ihrem eigenen Kerker zu entkommen und einer arrangierten Ehe zu entfliehen. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Hochzeit zu verhindern, entdeckt sie im Arbeitszimmer ihres Vaters einen mysteriösen Schlüssel. Sie nimmt ihn an sich ohne zu ahnen, dass sie und Finn bald miteinander verbunden sein werden. Und sie seine Rettung sein könnte, genauso wie er die ihre.



Meinung 

 

Catherine Fishers Roman hat mich gleich zu Anfang mit seiner dargestellten Welt überrascht und begeistert. Anstatt einer fortschrittlichen Gesellschaft begegnet man einer bewusst rückständigen Zukunft, in der moderne Erfindungen nur versteckt genutzt werden und sogar in der Öffentlichkeit verpönt sind. Selbst innerhalb des Gefängnisses, der größten technologischen Errungenschaft in dem Buch, herrschen dieselben Zustände, was der gesamten Geschichte auch etwas Magisches, Unwirkliches verleiht. Zumal die Dimensionen von Incarceron selbst erst nach und nach offenbart werden und man auf den ersten Seiten regelrecht in die Story hineingeworfen wird. Wer die einzelnen Figuren sind und welche Rolle sie spielen, erfährt man nicht sofort, sondern taucht langsam und gemächlich in ihre Lebensumstände ein. Dadurch lernt man immer wieder neue Seiten an ihnen kennen, mit denen man vorher nicht gerechnet hätte. So werden nicht nur Finn und Claudia sehr lebendig dargestellt, sondern auch die Nebencharaktere wie Jared, Keiro, Gildas oder Attia.


Genauso unerwartete Wendungen durchziehen die Handlung und werfen den Leser von einer spannenden Szene in die nächste. Aus zwei Perspektiven, inner- und außerhalb des Gefängnisses, erzählt, nähern sich beide Seiten aneinander an, flüchten aufeinander zu, lediglich durch die Kommunikationsfunktion der zwei Schlüssel miteinander verbunden. Dabei gewinnt man besonders einen tieferen Einblick in die unterschiedlichsten Landschaften innerhalb von Incarceron, die Vielzahl seiner Bewohner und teilweise auch in sein „Seelenleben“. Leider bleibt vieles im Dunkeln, zum Beispiel wie das Gebilde lebendig wurde und ob es sich um eine Art künstliche Intelligenz handelt oder um etwas Vergleichbares. Das lässt es wirklich zu einem Biest werden, einer Märchenkreatur, deren Beweggründe schwer zu deuten sind.
Dasselbe gilt ebenso für die Motive der Außenwelt, sich zu einer veralteten, stagnierenden Gesellschaftsform zurückzuentwickeln. Doch vielleicht geben die Folgebände mehr Aufschluss darüber.


Fazit 

 

Dieser Roman ist wirklich eine gelungene Fantasy-Dystopie, der Anfang einer Reihe, die eine völlig neue Atmosphäre verspricht. Spannend und mitreißend geschrieben begeistert das Buch vor allem durch seine interessanten und lebensechten Figuren und eine ungewöhnliche Handlung. Das lebendige Gefängnis bietet ein sehr interessantes Setting, über das man gerne noch mehr erfahren würde, besonders über das Wesen Incarceron selbst, das bisher wie ein undurchsichtiges Fantasiegeschöpf auf den Leser wirkt.

Ich werde mir auf alle Fälle den Nachfolger Sapphique besorgen, sobald er endlich auf Deutsch erscheint. Bisher ist er leider nur auf Englisch erhältlich.







Short Facts:


  • Autor: Catherine Fisher

  • Verlag: Penhaligon

  • Seiten: 480 (Gebunden)

  • Preis: 18,99 €

     


     
    4,5 Sterne






Montag, 24. Juni 2013

Paperthin Montagsfrage: Welches Buch nimmst du mit in den Sommerurlaub?






Hm, das ist eine verdammt schwere Frage, da mein letzter Urlaub gerade beendet ist und ich den nächsten voraussichtlich für September geplant habe. Außerdem werde ich für die zwei Wochen wahrscheinlich mehrere Bücher mitnehmen, weil eines bestimmt nicht reichen wird.

Ich werde mir wahrscheinlich was Leichtes einpacken, wie zum Beispiel Cecelia Aherns Roman Für immer vielleicht (siehe links). Das Buch liegt schon länger auf meinem SuB und für einen Urlaub am Strand bestimmt genau das Richtige.


Aber natürlich darf etwas Spannung und Übernatürliches nicht fehlen. Mir schwebt da sowas wie Nancy Athertons Tante Dimity und das geheimnisvolle Erbe und die Folgebände vor (siehe unten). Die Reihe soll wirklich gut sein und im Urlaub ergibt sich bestimmt eine Gelegenheit, sie anzutesten. Zumal die Bücher ja nicht wirklich dick sind und alle im Taschenbuchformat. Da kann ich auch gleich mehrere von ihnen mitnehmen.








Philipp Andersen & Miriam Bach – Warte auf mich



Man bangt, man hofft, man liebt und leidet mit



Inhalt


Copyright by Pendo Verlag

Ach Mirchen, wie wollen wir denn leben? Indem wir nichts anderes probieren, als mögliches Leid zu verhindern? Oder indem wir versuchen, ein bisschen glücklich zu sein, auch wenn das Scheitern vorprogrammiert ist? Lieber Reading Gaol als Puppenheim!



Zwei Schriftsteller, ein Mann und eine Frau, laufen sich auf einer Party über den Weg und fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Obwohl in der darauf folgenden Nacht (fast) nichts zwischen ihnen passiert und er eigentlich in seiner Ehe glücklich ist, kommen sie nicht mehr voneinander los. Immer wieder treffen sie sich trotz aller Vorbehalte, sobald sich ihnen eine Gelegenheit bietet, stürzen sich regelrecht in diese Amor Fou und leben ihre intensiven Gefühle, die nicht sein können und dürfen.
Doch lässt sich die grausame Realität einfach so ausblenden? Oder werden sie erkennen müssen, dass selbst die heftigste Liebe nichts gegen die Hindernisse ausrichten kann, die zwischen ihnen stehen?




Meinung


Es gibt Bücher, die einen mitreißen, fesseln, regelrecht gefangen nehmen und verfolgen bis über die letzte Seite hinaus und die man trotzdem immer wieder zur Seite legen muss, weil sie einen manchmal viel zu sehr emotional packen. Genauso erging es mir beim Lesen von Warte auf mich. Doch woran lag das?
Der Plot an sich ist altbekannt, eigentlich werden dem Leser lediglich die beiden Hauptcharaktere wirklich näher gebracht, Nebenfiguren gibt es kaum. Und dennoch wird das Innenleben gerade dieser zwei so eindringlich dargestellt, dass man zusammen mit Miriam wütend darüber ist, weil sie nur die Geliebte im Schatten sein kann und gleichzeitig mit Philipp verzweifelt, wenn sie sich vor ihm zurückzieht. Man liebt, man leidet und man hofft mit ihnen, durchlebt ihre schönsten Stunden miteinander und den schlimmsten Schmerz, den sie erdulden müssen. Dabei kommt der Roman ohne jeglichen Kitsch aus, so ehrlich, wie sie miteinander umgehen, so schildern sie einem auch ihre Liebesgeschichte. Und trotzdem oder gerade deswegen spürt man mit jeder Seite ihre Verbundenheit miteinander, eine Verbundenheit mit einem anderen Menschen, die nur selten zu finden ist.



Der Schreibstil wechselt dabei aufgrund der zwei verschiedenen Perspektiven, aus denen die beiden Autoren jeweils berichten. Und das macht die Story umso realistischer. Sofort fragt man sich, ob man es hier mit einer Fiktion oder mit einer wahren Begebenheit zu tun hat, wie es der Text suggeriert. Gibt es diese zwei Menschen, haben sie wirklich so zueinander gefunden und all das zusammen durchgestanden?
Doch ob nun erfunden oder nicht, eines schafft das Buch wie kaum ein anderes aus diesem Genre: Die Szenen sind so lebensecht geschildert, dass es regelrecht schmerzt. Die Atmosphäre rund herum passt, ohne dass sie mühsam mit Hilfe ausgefallener Stilmittel oder einer besonders poetischen Sprache künstlich aufgebaut wird. Und die geschilderten Situationen wirken so alltäglich, dass man sich so leicht in ihnen wiederfinden kann. So leicht, dass das Ende viel zu schnell auf einen zukommt und man am liebsten noch wesentlich mehr über das außergewöhnliche Paar erfahren hätte.

 


Fazit 


Warte auf mich ist eine der berührendsten Liebesgeschichten, die ich seit Langem gelesen habe. Mitreißend, spannend, lustig und tieftraurig, so präsentiert sich der Roman und kommt dabei mit einem relativ kleinen Ensemble und wenig schmückendem Beiwerk aus. Ehrlich, direkt und mit deutlichem Bezug auf die moderne Kommunikationstechnik wirkt er wirklich wie aus dem Leben gegriffen. Die zwei Hauptpersonen wachsen einem schnell ans Herz, so sehr, dass man sich wunderbar sowohl in den einen als auch den anderen hineinversetzen kann. Und ein wahres Feuerwerk der großen Gefühle erlebt, das genauso passiert ist oder sein kann. Eine Frage, die wohl offen bleibt. Entweder begegnet man hier einer perfekten Illusion oder einer sehr ergreifenden Realität. In jedem von beiden Fällen gilt aber eines: Zugreifen, lesen und sich bezaubern lassen!

 






Short Facts:


  • Autoren: Philipp Andersen & Miriam Bach

  • Verlag: Pendo

  • Seiten: 320 (Gebunden)

  • Preis: 16,99 €

     

     

     
    5 Sterne

     

     


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Samstag, 22. Juni 2013

Aileen P. Roberts – Elvancor Bd. 1: Das Land jenseits der Zeit



Eine Schatzsuche der besonderen Art


Inhalt


Dunkle, geheimnisvolle Schattenwesen, ein
Copyright by Goldmann Verlag
magisches Land
jenseits der Zeit, ein seltsames Amulett aus mehreren Teilen und ein verborgener Schatz und mittendrin ein achtzehnjähriges Mädchen, das vollkommen unvorbereitet mitten in die Ereignisse hineinstolpert.



Eigentlich hatte Lena die Zeit zwischen Abitur und Studium mit ihren Freunden in Discos oder auf Partys verbringen wollen. Doch dann deckt sie ihren treulosen Freund bei einem Autounfall und muss zur Strafe den Sommer über Sozialstunden in einem Altenheim ableisten. Dort lernt sie nicht nur die liebenswerte, aber scheinbar in ihrer eigenen Phantasiewelt lebende Frau Winter kennen, sondern auch deren unausstehlichen Enkel Ragnar. Zuerst will sie nichts mit ihm zu tun haben, doch dann geschehen seltsame Dinge. Und auf einmal erscheinen die Geschichten Frau Winters über das mysteriöse Land Elvancor und einen versteckten Schatz gar nicht mehr so abwegig.
So tun sich Lena und Ragnar widerwillig zusammen, um herauszufinden, wie viel an den Geschichten der alten Dame wahr ist.



Meinung 

 

Schon die ersten Seiten haben mich sofort gefesselt. Man liest das, was Amelia Winter erlebt hat, während sie malt, als würden bei ihrer Tätigkeit all die Erinnerungen an Elvancor wieder hochkommen. Das war wunderschön geschrieben und ich wollte schon tiefer in dieses fremde Land und seine Bewohner eintauchen.
Doch dann lernt man erst einmal Lena näher kennen. Sie hat eine interessante
, sich langsam entwickelnde Persönlichkeit mit einigen Ecken und Kanten, die weit entfernt ist von typischen Heldinnen: Nicht zu kratzbürstig, aber auch nicht verträumt naiv und unschuldig. Für ihre Freunde geht sie durchs Feuer, sie ist sehr eigensinnig, manchmal etwas oberflächlich, aber durchaus bereit, Neues zuzulassen. Man konnte sich gut hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Mir war sie schnell sympathisch und bis zum Ende des Buches hatte ich sie richtig ins Herz geschlossen.

Ebenso erging es mir mit Ragnar. Gerade wegen seiner Ruppigkeit und seiner Andersartigkeit mochte ich ihn von Anfang an. Er ist charakterlich ein guter Ausgleich zu Lena und gerade das macht einen Teil des Charmes des Romans aus.
Aus den Nebenfiguren stechen vor allem Frau Winter, Frau Meister und Lenas Großmutter heraus, die mir alle drei super gefallen haben und besonders durch ihre liebenswerte Schrulligkeit zu überzeugen wissen.



Der schnörkellose Schreibstil lässt sich wunderbar lesen und man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen. Die Handlungsorte in der Fränkischen Schweiz erscheinen dem Leser durch die sehr schönen Beschreibungen beinahe bildlich vor Augen, besonders wenn man bereits einmal vor Ort war und die Gegend kennt. Auch die kleinen Ausflüge in die Geschichte der Kelten haben mir sehr gut gefallen.
Leider rückt dabei das schon im Buchtitel erwähnte Land Elvancor immer mehr in den Hintergrund. Wer anhand des Klappentextes glaubt, die Story würde überwiegend in der magischen Welt spielen, der wird wahrscheinlich etwas enttäuscht sein. Mich hat dieser Umstand allerdings nicht übermäßig gestört, denn stattdessen wurden die sich zwischen Lena und Ragnar anbahnenden Gefühle realistisch dargestellt: Keine übereilte Liebe, sondern eine langsame Annäherung, die dank spannender Zwischenszenen immer zu unterhalten weiß.

 

 

Fazit 

 

Der erste Teil der Dilogie über Elvancor überzeugt vor allem durch seine charmanten, vielschichtigen Helden, liebenswerten Nebencharaktere und eine mitreißende Handlung. Obwohl die Geschichte hauptsächlich in Deutschland anstatt in dem magischen Land spielt, überzeugen und unterhalten einen die lebendigen Ortsbeschreibungen und die sich wirklichkeitsnah anbahnende Liebesbeziehung. Man wird regelrecht von der Story mitgerissen und unerwartete Wendungen lassen den Leser richtig mit den Figuren mitfiebern. 

Der zweite Teil landet auf alle Fälle weit oben auf meiner Wunschliste!

 





Short Facts:


  • Autor: Aileen P. Roberts

  • Verlag: Goldmann

  • Seiten: 448 (Broschiert)

  • Preis: 12,99 €

     

     

     
    4,5 Sterne

     



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