Freitag, 10. Januar 2014

Jennifer Rush - Escape



Spannend, rasant, unvorhersehbar, aber mit kleinen Schwächen


Inhalt

Copyright by Loewe Verlag
Vier Jungs, eingesperrt in einem Keller, abgeschieden von der Außenwelt und tagtäglichen Tests ausgesetzt. Ein Mädchen, das sich um sie sorgt und ihnen die Möglichkeit zur Flucht bietet. Und eine mächtige Organisation, deren eigentliches Ziel unbekannt ist.




Anna führt zurückgezogen in einem kleinen unscheinbaren Ort ein eigentlich ganz normales Leben. Wären da nicht die vier jungen Männer, eingesperrt in ihrem Keller, die ihr Vater und sie jeden Tag für eine geheimnisvolle Organisation verschiedenen Tests unterziehen.
Doch wer sind die Gefangenen eigentlich? Ohne diese Frage genau beantworten zu können, freundet sich der Teenager mit ihnen an, verliebt sich sogar in einen von ihnen.
Bis ein einziger Tag alles verändert.
Plötzlich ist Anna mit dem Quartett auf der Flucht quer durch das ganze Land, gehetzt von der sogenannten „Sektion“, die ihnen dicht auf den Fersen ist.
Aber weitaus wichtiger als zu entkommen ist ihnen die Antwort auf die Fragen, wer die vier Jungen überhaupt sind, woher sie stammen und was man mit ihnen angestellt hat. Denn an ihre Vergangenheit haben sie keinerlei Erinnerung.




Meinung

Escape hat mich insofern sofort angesprochen, da die Inhaltsangabe so schön geheimnisvoll klang. Man erfährt auf dem äußeren Klappentext erfreulich wenig über den Inhalt, was in meinen Augen schon mal ein Pluspunkt und ein Kaufanreiz war.
Und zum größten Teil findet sich diese mysteriöse Stimmung auch im Buch wider, das vor Geheimnissen nur so strotzt.
Dabei beginnt der Anfang recht gemächlich. Die Autorin nimmt sich Zeit, ihre Hauptfigur einzuführen und dem Leser näher zu bringen, was ihr toll gelingt. Anna mag zwar anfänglich sehr naiv, weltfremd und kindisch wirken, aber im Laufe des Buches wurde mir bald klar, warum. Man darf nicht vergessen, dass sie außer zu den Jungs kaum Kontakt zu Gleichaltrigen hat und somit wenig Erfahrung im Umgang mit anderen Teenagern sammeln konnte. Da ist es logisch, dass sie etwas zu leichtgläubig und einzelgängerisch ist.
Ihre vier männlichen Mitstreiter sind ebenfalls schön herausgearbeitet, jeder mit seinen ganz eigenen Ecken und Kanten, sodass man sie wunderbar auseinanderhalten kann und gleichzeitig zumindest einen kleinen Einblick in ihr Seelenleben erhält.
Die übrigen Charaktere sind dagegen etwas schwammig gestaltet, was mich bei der einen oder anderen potentiell interessanten Person schon ein bisschen gestört hat.




Der Schreibstil passt sich super dem Verlauf der Handlung an: Immer flüssig zu lesen, in den ruhigeren Szenen ausführlicher, in den actionreicheren mit mehr Tempo. Diese Art und Weise erleichtert es dem Leser, mitzufiebern und richtig in die Geschichte einzutauchen. Besonders die vielen unerwarteten Wendungen überraschen einen ständig aufs Neue und lassen die nötige Spannung aufkommen. So fühlt man sich gut unterhalten und muss gleichzeitig wissen, was genau hinter dieser oder jener Entdeckung steckt. Denn mit jedem Puzzlestück, so scheint es, stellen sich neue Fragen, die beantwortet werden wollen.
Leider geht dabei ein bisschen die Tiefe der Story verloren. Immer wieder entdeckt man beim Lesen Stellen, denen mehr Ausführlichkeit und Atmosphäre wesentlich besser getan hätten. Gerade weil sie soviel Potential haben, das allerdings nicht ausgeschöpft wird. Sehr deutlich wird dies bei der sich anbahnenden Beziehung zwischen Anna und Sam. Jene ist ein wenig zu oberflächlich, fast schon klischeehaft gehalten, was sicher nicht so wäre, hätte sich Jennifer Rush mehr Zeit mit den beiden gelassen und der Entwicklung ihrer Gefühle füreinander mehr Spielraum zugestanden.



Fazit

Der erste Band der Trilogie um Anna und Sam ist ein interessanter, wendungsreicher Einstieg in Jennifer Rushs Dystopienreihe. Die fünf Hauptcharaktere wissen zu begeistern und lassen den Leser so an ihrer Odyssee teilhaben, als wäre man live dabei. Der flüssige Schreibstil und die spannende Handlung voller unerwarteter Entdeckungen unterstützen diesen Eindruck nur noch. Leider kommt dabei die Tiefe der eigentlichen Geschichte zu kurz, sodass die Beziehungen zwischen den Figuren zu sehr an der Oberfläche bleiben.
Dennoch ist Escape ein wirklich unterhaltsamer Roman, der ab einem gewissen Punkt richtig zu fesseln weiß und bereits große Lust auf den Nachfolgeband Hide macht, der dieses Jahr im März auf Deutsch erscheinen soll.





Leseprobe



Short Facts:

  • Autor: Jennifer Rush

  • Verlag: Loewe

  • Seiten: 319 (Broschiert)

  • Preis: 12,95 € 

     

     

     
    4 Sterne

     

     

     

Auf Amazon 

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