Sonntag, 16. März 2014

Meine absolut subjektiven Eindrücke der Leipziger Buchmesse Teil 1



Das Vorgeplänkel

Hach ja, die Leipziger Buchmesse! Letztes Jahr hatte ich sie leider ganz knapp verpasst, daher musste ich dieses Jahr unbedingt hin. Ich hatte schon so viel Tolles über die Veranstaltung gehört und da ich selbst noch nie dort war, habe ich meinen Blog gleich im Januar akkreditieren lassen. Und war richtig überrascht, als man mir mitteilte, man würde mir die Unterlagen Ende Februar zuschicken. Keine Email mit einer einfachen Pressekarte zum Ausdrucken wie in Frankfurt 2013, sondern ein richtiger Ausweis (siehe Foto)!
Ich hab natürlich sofort meinen Zug und ein Zimmer gebucht, als ich mir sicher war, wann ich die Messe besuchen wollte. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich vielleicht lieber mit dem Auto hätte kommen sollen, dann hätte ich mein Gepäck besser verstauen können und es nicht überall mit hinschleppen müssen. Das werde ich wohl nächstes Jahr mal ausprobieren, ob sich das lohnt oder der Frust über die Staus auf den Autobahnen doch überwiegt.
Zumindest war ich froh, dass meine Züge mehr oder weniger pünktlich kamen und ich nicht über die Bahnhöfe rennen musste, um den nächsten ICE nicht zu verpassen. Bei mehrmaligem Umsteigen ist das ja immer so ein Glücksspiel bei der Bahn.




Der allgemeine Messewahnsinn oder wo kommen bloß diese ganzen Leute her?

Ich hatte noch im Vorfeld gelesen (Fragt mich bloß nicht, wo!), auf der Leipziger Buchmesse würde es wesentlich entspannter zugehen als in Frankfurt und das Gedränge dort wäre nicht halb so schlimm. In gewisser Weise stimmt das auch: Man hat wesentlich mehr Möglichkeiten, Autoren und Verlagsmitarbeiter kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Die Atmosphäre ist viel lockerer und alle wirken nicht derart gestresst wie in Frankfurt.


ABER das Gedränge ist definitiv dasselbe, zumindest am Wochenende. In der Stadt am Main gibt es ja schon die Aufteilung zwischen den Tagen für Fach- und normale Messebesucher, die unter der Woche den Andrang etwas bremst. In Leipzig ist das prinzipiell noch nicht nötig, da Donnerstag und Freitag die Größe der Hallen das Meiste auffängt. Die Bahnen rundherum bis zum Hauptbahnhof sind aber besonders früh und nach 18 Uhr, wenn die Messe schließt, proppevoll, sodass schon mal Tetrisspielen angesagt ist, um so viele Leute wie möglich mitzunehmen. In Frankfurt habe ich das nie dermaßen schlimm erlebt.
Samstag wurde es dann sehr interessant. In den Zwischengängen bildeten sich regelmäßig Staus, obwohl sich die Sicherheitskräfte eine Art System ausgedacht hatten: In einem Gang geht’s in die eine, im anderen in die entgegengesetzte Richtung. Das hat nicht sooo wirklich funktioniert, sodass man schon mal für einen Weg von normalerweise fünf Minuten das Doppelte bis Vierfache gebraucht hat. Da musste man teilweise einiges an Zeit mitbringen und/oder vorher sichergehen, dass der nächste, anschließende Termin möglichst im gleichen Gebäude stattfindet.




Die Blogger-Community: Ich brauche unbedingt Visitienkarten oder SELFIE!

Ein Gutes hatte das langsame Vorwärtskommen allerdings: Man kommt leicht mit anderen ins Gespräch. Und ganz ehrlich? Auf der Leipziger Buchmesse lernt man viel schneller andere Blogger kennen als in Frankfurt. Gut, man kann einen auch dank der größeren Presseausweise leichter als solchen identifizieren. Trotzdem scheint man sich direkt anzuziehen und kommt rasch in kleinen Grüppchen zusammen.
Und dann geht es los: Wer bist du? Wie heißt du? Wie heißt dein Blog? Und: Hast du eine Visitenkarte? Da stand ich erst einmal da und dachte nur: Öhm, nein. Leider bin ich in der Hektik der letzten Wochen gar nicht dazu gekommen und ich wollte nicht auf die Schnelle irgendwas designen, nur damit ich was dabei habe. Dafür habe ich aber jede Menge Karten eingesammelt, denn wo hat man schon die Möglichkeit, auf einen Schlag so viele interessante Blogs zu entdecken, von denen man vorher noch nichts gehört hatte? Ich werde mir auf alle Fälle viel Zeit nehmen, meinen Stapel auswerten und mir die Seiten mal anschauen. Wenn diese genauso toll sind wie die dazugehörigen Blogger und tollen Karten, haben sie gleich eine Leserin mehr!
Und natürlich erlebt man auch so einiges in der Gruppe, das einem noch länger in Erinnerung bleibt. Richtig beliebt waren zum Beispiel die Selbstporträts mit den Autoren oder in der Gruppe, weil niemand den Fotographen spielen wollte und somit nicht auf dem Bild gewesen wäre. Diese Aktionen haben den Reportern anscheinend sehr gefallen, den vielen Fotos nach zu urteilen, die sie davon gemacht haben. Doch ich glaube, zumindest Sonya Kraus war von dem lauten SELFIE-Ausruf zuerst etwas verstört.




Warum Ally Condie besser ist als Dan Wells oder die planlosen Bösewichter bei Battlestar Galactica

Aber auch alleine konnte ich viel entdecken: Eher zufällig schlenderte ich durch Halle 2 an der Leseinsel H309/K309 vorbei und wer saß da und hat sein neustes Buch vorgestellt? Genau: Dan Wells, Autor der Serienkillerromane und der Partials-Reihe.


Obwohl das anschließende Interview auf Englisch geführt wurde, konnte man den Schriftsteller toll verstehen, da er vor allem eine sehr verständliche Aussprache hat. Er war mir von Anfang an sympathisch und machte einen verdammt bodenständigen Eindruck auf mich.

 

So verriet er, wie wichtig es ihm sei, dass seine Figuren einen nachvollziehbaren Plan für ihr Handeln haben und nicht wie die Zylonen der Serie Battlestar Galactica scheinbar planlos agieren. Selbst wenn ihre Absichten nicht immer gut oder ihre Vorgehensweise nicht immer klug oder von Erfolg gekrönt seigen, wollten sie alle etwas erreichen und ergriffen auch die nötigen Schritte dafür.

Der Tod spiele für ihn dabei häufig eine wichtige Rolle, gerade weil er es spannend fände zu ergründen, wie weit Menschen gehen, um ihn zu verhindern oder zu umgehen. Das bemerkt man ja bei seiner Dystopien-Reihe sehr deutlich, wobei ihm das Schicksal der Partials etwas näher gehe, da sie lediglich so wenige Jahre Zeit hätten, um ihr jeweiliges vorzeitiges Ableben zu verhindern.


Trotz der ernsten Themen brachte er das Publikum häufig zum Lachen, zum Beispiel als er verriet, dass seine Tochter ein riesiger Ally Condie Fan ist und seine Dystopien in ihren Augen sozusagen nur ein müder Abklatsch der Matched Trilogie wären. Oder dass er gerne Videogames am Computer spiele, wenn er sich eigentlich zum Schreiben in sein Büro zurückgezogen hat.

Kein Wunder also, dass die Schlange vor ihm so derart lang war, als er im Anschluss Autogramme gab. Ich glaube, da wäre selbst Wolfgang Hohlbein neidisch geworden!



TBC




Da der ganze Bericht doch länger wurde als gedacht, habe ich beschlossen, ihn in zwei Teile aufzusplitten. Im zweiten Teil erfahrt ihr dann alles über die Bloggertreffen, die ich auf der Leipziger Buchmesse besuchen konnte.




1 Kommentar:

  1. Wenn ich mich schon nicht an Namen erinnere, aber an das Treffen auf der Pressetoilette und deinen Blognamen werde ich nicht mehr vergessen :P

    Toller Bericht, vor allem das Foto, wie wir ein Selfie-Foto machen :D Sehr geil!

    LG, Heffa

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