Sonntag, 20. Juli 2014

Susan Beth Pfeffer – Die Welt, wie wir sie kannten


Authentischer Tagebuchroman über das Ende der Welt
  

Inhalt


Copyright by Carlsen Verlag
Es dauert nur wenige Minuten, um die Erde aus den Angeln zu heben. Lediglich ein relativ kleiner Asteroid ist nötig, um den Mond zu verschieben und überall unzählige Naturkatastrophen auszulösen.



 Für Miranda ist das bisher Schlimmste in ihrem Leben der Umstand, dass sie mehrere Wochen lang nicht zum Eislauftraining gehen und ihren heimlichen Schwarm Brandon bewundern kann. Doch dann passiert etwas Grauenvolles, das ihr Leben und das der gesamten Menschheit völlig auf den Kopf stellt: Der Mond wird aus seiner Umlaufbahn gerissen, was furchtbare Folgen nach sich zieht: Überschwemmungen, Erdbeben, Vulkanausbrüche und die damit verbundene gravierende Verschlechterung des Wetters. Mit einem Mal müssen sie und ihre Familie tagtäglich um ihr Überleben kämpfen, dabei auf die selbstverständlichsten Alltagshelfer verzichten und vor allem eines tun: Zusammenhalten, selbst wenn es schwer fällt.
Denn eines ist sicher: Ihr nächster Winter könnte ihr letzter sein!




Meinung


Diese Dystopie ist mir besonders deswegen aufgefallen, weil ich die Rahmenbedingungen so realistisch und die damit verbundene Frage so ansprechend fand: Wie sehr hängt unser Leben eigentlich von der richtigen Mond-Erde-Konstellation ab? Die Autorin beantwortet dies auf eine sehr authentische Art und Weise, nämlich durch die Augen eines einzelnen Teenagers.
Miranda ist anfangs eine Figur, die sich kaum von den „Heldinnen“ anderer Bücher unterscheidet: Durchschnittlich, mit den typischen Sehnsüchten und Ängsten ihrer Altersklasse behaftet, manchmal stur und launisch und meist auf Konfrontationskurs mit ihren Eltern. Das Interessanteste an ihr ist, wie sehr sie sich im Laufe des Buches verändert und sich ihre Prioritäten langsam verschieben. Zuerst kann sie es gar nicht fassen, was geschieht, belächelt sogar die Schutzvorkehrungen ihrer Mutter. Erst Schritt für Schritt erkennt sie die Tragweite dessen, was der Asteroideneinschlag bewirkt hat und wie ihre Mitmenschen darauf reagieren. Hin- und hergerissen zwischen ihrem Willen zu überleben und dem verzweifelten Wunsch nach der früheren Normalität gibt sie definitiv den spannendsten Charakter ab.
Die übrigen Protagonisten bleiben dagegen etwas blass, allein Mirandas Mutter und ihr älterer Bruder Matt stechen unter ihnen hervor.



 Der Schreibstil passt zu dem Mädchen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird: Relativ einfach, hin und wieder sprunghaft und holprig und auf das Wichtigste zusammengefasst. Gerade weil aufgrund der Tagebuchform auch viel Nebensächliches berichtet wird, wirkt die Handlung wesentlich realer und authentischer als so mancher Katastrophenfilm aus Hollywood. Die Atmosphäre ist eindringlicher, voller leiser Zwischentöne und kommt dabei ohne viel übertriebene Action aus. Da sich die Story lediglich um das dreht, was Mirandas Familie und ihre unmittelbare Nachbarin erleben, erfährt man wenig bis gar nichts über die Ereignisse außerhalb dieses kleinen Kreises. Das ist einerseits mal etwas ganz Anderes, weil im Kleinen miterlebt, was der vermeintliche Weltuntergang anrichten kann. Andererseits wird so gleichzeitig die restliche Welt komplett ausgeblendet und so einige Komplikationen, die mit einem solchen Zusammenbruch der Zivilisation einhergehen, nur angedeutet oder gar nicht erwähnt. Das nimmt dem Roman teilweise die Spannung und er zieht sich streckenweise zu sehr hin. Nichtsdestotrotz hat er mich oft genug zum Nachdenken angeregt, um ihn zu einen der lesenswertesten Dystopien zu zählen.




Fazit


Die Welt, wie wir sie kannten ist ein interessanter, nachdenklich stimmender Einstieg in Susan Beth Pfeffers Dystopientrilogie. Der Blick eines einzelnen Teenagers auf die Ereignisse nach der Verschiebung des Mondes kommt ohne viel Action aus, überzeugt jedoch durch seine Authentizität und seine eindringliche Atmosphäre.
Leider bleiben dabei manchmal die Spannung auf der Strecke und das Schicksal vieler Überlebender im Unklaren.
Wer lebensechte Endzeitgeschichten mag, sich auf für Storys voller leiser Zwischentöne begeistern kann und gerne etwas andere jugendliche Tagebuchromane liest, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen!






Short Facts:
  • Autor: Susan Beth Pfeffer

  • Verlag: Carlsen

  • Seiten: 412 (Gebunden)

  • Preis: 17,90 € 

     

 

 

 
4 Sterne







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Kommentare:

  1. Ich fand die Geschichte auch sehr real beschrieben. Kann deine Meinung also sehr gut nachvollziehen. Sehr schön beschrieben :-)

    LG

    Kay

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  2. Hallo!

    Das Buch ist kürzlich bei mir eingezogen, wusste gar nicht, dass es in Tagebuchform geschrieben ist. Das macht mich jetzt noch neugieriger.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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