Mittwoch, 10. Februar 2016

J. R. Johansson - Im Schlaf komm ich zu dir


Spannender Plot mit leichten Mängeln

Inhalt

Copyright by Heyne fliegt
Er erlebt die Träume anderer und lernt mehr über ihre geheimen Sehnsüchte und Ängste, als ihm lieb ist.
Doch ihm selbst bleibt der so wichtige Schlaf verwehrt.


Parker hat seit vier Jahren nicht mehr wirklich geschlafen. Sobald er abends die Augen schließt, findet er sich in dem Traum desjenigen wieder, dem er zuletzt begegnet ist. Er erfährt dabei jede Menge intime Details über seine Mitmenschen, doch erholen oder richtig ausruhen kann er sich dabei nicht. Inzwischen ist er körperlich derart am Ende, dass er überzeugt davon ist, bald zu sterben oder verrückt zu werden.
Da lernt er eines Tages Mia kennen und in ihren Träumen findet er endlich den lang ersehnten Frieden. Aber das Mädchen wird schon länger von einem gefährlichen Fremden verfolgt und Parker macht sich ihr gegenüber nicht nur verdächtig, sondern zweifelt auch bald an seinem eigenen Verstand.



Meinung

Am meisten an Im Schlaf komm ich zu dir hat mich die in der Inhaltsangabe versprochene ungewöhnliche Geschichte gereizt. Diese konnte mich auch in weiten Teilen überzeugen, aber ein paar Kleinigkeiten haben mich dann doch gestört.
Die Figuren waren zum Glück nicht schuld daran. Besonders Parker, die Kämpfe, die er im Stillen mit sich ausfechten muss, und seine panische Angst davor, den Verstand zu verlieren, geben dem Roman viel nachvollziehbare Tiefe. Zusammen mit ihm rätselt man mit über die seltsamem Vorgänge und die Hintergründe des perfiden Spiels des unbekannten Täters. Und gerade sein Dilemma, ob er seine eigene Gesundheit über das Wohlergehen eines anderen Menschen stellen darf, ist besonders gut ausgearbeitet.
Die übrigen Charaktere, vor allem Parkers Freunde und Mia, runden das Bild perfekt ab und bilden einen ausgleichenden Kontrast zur Hauptperson. Auch sie sich sehr lebendig gestaltet, ohne dabei allzu sehr in typische Stereotypen abzudriften.

 
Der Schreibstil ist passend zur Ich-Perspektive aus der Sicht Parkers jugendlich gehalten und daher wunderbar flüssig zu lesen. Die Autorin versteht es, die Gefühle ihres Helden derart greifbar rüberzubringen, dass die Spannung sich kontinuierlich aufbauen kann und man ab einem bestimmten Punkt nur noch weiterlesen will. Gepaart wird dies mit einer Story, die sowohl das Thema Träume ausgiebig beleuchtet als auch eine starke moralische Komponente mitbringt. Die Frage, ob man, um sich selbst zu retten, andere verletzen darf, macht für mich den größten positiven Aspekt der Handlung aus.
Leider verliert sich J. R. Johansson nach dem kurzen interessanten Auftakt in viel zu ausführlichen Erklärungen über Parkers Traumwandeln, was den Anfang unangenehm in die Länge zieht. Man merkt zwar, dass sie sich ausgiebig Gedanken über diesen Teil des Plots gemacht hat, aber so manche Erläuterung hätte man ruhig ein bisschen abkürzen oder vereinfachen können.
Außerdem wurde mir ziemlich schnell klar, wer hinter allem steckt. Deswegen hat mich der eigentlich packende Showdown nicht so mitgerissen, wie ich es mir gewünscht hätte.



Fazit

Im Schlaf komm ich zu dir von J. R Johansson ist ein unterhaltsames Gedankenspiel verpackt in einer jugendlichen Verpackung. Die tiefgründigen und sehr lebendigen Figuren, der passende Schreibstil und vor allem Parkers nachvollziehbarer innerer Kampf um die richtige Entscheidung haben mich an dem Roman am meisten begeistert.
Dagegen haben mir die langwierigen Erklärung am Anfang und die für mich zu leicht durchschaubare Auflösung eher weniger gefallen.
Wer die originelle Idee eines Traumwandlers mit moralischem Dilemma interessant findet, lebensechte Charaktere liebt und gerne einer spannenden Handlung folgt, für den ist das Buch bestimmt sehr gut geeignet.





Short Facts:

  • Autor: J. R. Johansson
  • Verlag: Heyne fliegt
  • Seiten: 400 (Broschiert) 
  • ISBN: 978-3-453-26813-5
  • Preis: 14,99 €

     

    3,5 Sterne



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An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!


1 Kommentar:

  1. Huhu,

    mir hatte das Buch letztes Jahr sehr gut gefallen. Ich fand auch Parkers inneren Kampf interessant, aber auch die psychologischen Ausführungen am Beginn. Ich finde hier hat man gemerkt, dass die Autorin Psychologin ist. Aber ich mag ja so Psychothrill Sachen sowieso. Das war tatsächlich auch mal ein Jugendbuch aus dem Genre, was mich fesseln konnte.

    Viele Grüße, Julia

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