Montag, 25. September 2017

Christopher Golden - Snowblind


Atmosphärisch dichter Horror, der etwas Grusel vermissen lässt

Inhalt


Es war der heftigste Blizzard seit Jahrhunderten
Copyright by Cross Cult Verlag
in Coventry. Jeder der Bewohner hat etwas oder jemanden darin verloren.
Doch nun soll erneut ein schlimmer Schneesturm aufziehen und schrecklicher als zuvor.



Eine angehende Patchworkfamilie würde grausam auseinandergerissen, ein liebender Ehemann muss seine Frau betrauern und ein Sohn verliert seine Mutter. Ein ganzes Städtchen litt unter den unheimlichen Ereignissen, die sich keiner der Betreffenden wirklich erklären konnte.
Zwölf Jahre später verfolgen die Erinnerungen an diese eine Nacht die Beteiligten immer noch bis in den Schlaf. Sie alle haben gelernt, damit zu leben. Zumindest erscheint es ihnen so. Wie sehr sie sich irren, wird bald klar, als sich das Grauen zu wiederholen droht.
Und diesmal wird es noch fürchterlicher sein als beim ersten Mal und eine Wendung bereithalten, mit der keiner je gerechnet hätte.




Meinung   


Ich muss gestehen, ich kannte den Autor bisher nur von zahlreichen Buffy-Büchern her. Umso gespannter war ich auf eines seiner original von ihm stammenden Werke und meine Erwartungen wurden zum größten Teil erfüllt.

Was ihm besonders gut gelungen ist, ist, dass er seine zahlreichen Figuren alle sehr lebensecht gestaltet hat. Das liegt auch mit daran, dass die Perspektiven regelmäßig wechseln und jeder Charakter seine eigene Sicht zum Geschehen beiträgt. Und das ist gut so, denn sie haben ihre eigenen Fehler, Schwächen und starken Seiten, wie normale Menschen eben, denen man tagtäglich auf der Straße begegnet. So bekommt man nicht die eine Meinung präsentiert, die sich nur durch Dialoge mit anderen widerlegen lässt, sondern gleichzeitig mehrere Ansichten. Natürlich kann es da passieren, dass der eine oder andere dabei nicht unbedingt sympathisch rüberkommt. Aber ich fand sie durchweg glaubwürdig gezeichnet, auch wenn man so mancher interessanten Nebenperson etwas mehr Raum hätte geben können.



Der Schreibstil ist zugegebenermaßen nichts wirklich Besonderes. Die Sätze sind einfach, schlicht und leicht verständlich und dennoch gelingt es Golden, sowohl Coventry sehr bildlich vor dem inneren Auge erstehen zu lassen, als auch eine passende unheimliche und spannende Atmosphäre zu schaffen, die den Leser in seinen Bann zieht. Die ständig wechselnden Sichtweisen, die jedes Mal lediglich einen Teil der Handlung enthüllen, tragen zudem wesentlich dazu bei, einen an die Seiten zu fesseln.

Zugleich werden Vergangenheit und Gegenwart so miteinander verknüpft, dass man erst nach und nach erkennt, wie alles miteinander zusammenhängt und weshalb bestimmte Leute so handeln, wie sie es eben tun.

Leider habe ich mich bei der Lektüre nicht so gegruselt, wie ich es erwartet hatte. Vielleicht bin ich auch zu abgebrüht, denn spannend und unheimlich ist der Roman allemal. Bloß konnten mich die Monster der Geschichte einfach nicht schocken.



 Fazit 



Snowblind von Christopher Golden ist ein spannender Mysterythriller, der einen schnell in seinen Bann ziehen kann. Nachvollziehbare Charaktere mit all ihren Ecken und Kanten, ein einfacher, aber fesselnder Schreibstil und eine Handlung, die die Vergangenheit geschickt mit der Gegenwart verwebt, sind die großen Pluspunkte des Buches.
Einzig die Horrorkomponenten konnten mich nicht so überzeugen wie erhofft. So sehr ich mich auch gruseln wollte, konnte ich es doch nicht.
Wer lebensechte Figuren bevorzugt, sich gerne von atmosphärischen Geschichten mitreißen lässt und sich vielleicht etwas leichter erschreckt als ich, der sollte dem Roman unbedingt eine Chance geben
.




Short Facts:

  • Autor: Christopher Golden
  • Verlag: Cross Cult
  • Seiten: 400 (Broschiert
  • ISBN: 978-3-95981-194-1  
  • Preis: 15,00 € 

    4 Sterne



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An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an den Cross Cult Verlag für das Rezensionsexemplar!

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